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Romeo und Julia, Theater Kiel 2014

von William Shakespeare
Regie: Daniel Karasek      Musik: Rosenstolz     Songtexet: Peter Plate, Ulf Leo Sommer
Musik: Peter Plate, Ulf Leo Sommer, Daniel Faust, Carolina Bigge
Videoregie: Konrad Kästner  Kampfchoreografie: Steve Szigeti
Tanzchoreografie: Vivienne Hötger
Bühne: Norbert Ziermann   Kostüme: Claudia Spielmann
Textfassung: Daniel Karasek, Kerstin Daiber  Dramaturgie: Kerstin Daiber
Fotos: Olaf Struck

Video: Rehearsel-Impressions
Musik: Bikini-Track, Farid Naghizade

Romeo und Julia ist das bekannteste Werk William Shakespeares und die Namen seiner Protagonisten wurden zum Symbol einer ewigen und tragischen Liebe. Lange bevor William Shakespeare die Liebesgeschichte für sein Theater adaptiert, erzählt man sich in Europa von zwei Liebenden, die erst im Tod zueinander finden konnten.
In der griechischen Mythologie sind es Hero und Leander, Ovid verwandelt sie in seinen Methamorphosen zu Pyramus und Thispe. Im späten Mittelalter verfassen Autoren in allen Sprachen ihre eigenen Versionen. Der Italiener Masuccio Salertiano veröffentlicht 1474 in seiner Il Novelliono eine Geschichte über zwei unglücklich verliebte,  Luigi da Porto  ergänzt diese Geschichte 1524 um einen Ball, eine Balkonszene und einen doppelten Selbstmord am Ende, er nennt sie Historia novellamente ritrovata di due nobili amanti. In dieser Version stirbt Julia übrigens allein durch das Anhalten des eigenen Atems. Von da Porto angeregt, schreibt der italienische Mönch und Dichter Matteo Bandello 1554 eine neue Fassung und Pierre Boiastuau überträgt diese 1559 ins Französische. In Frankreich gelangt das Werk, jetzt unter dem Titel Rhomeo et Julietta, zu dem englischen Übersetzer und Dichter Arthur Brooks, der aus dem Stoff ein Versepos verfasst. In 300 Versen erzählt er The Tragical History of Rhomeus and Juliet und veröffentlicht sie 1562 in England.
Dort fällt sie irgendwann dem jungen Schriftsteller mit Namen William Shakespeare in die Hände. Für das Theater erfindet Shakespeare drei Figuren dazu: Fürst Escalus als höchste Macht Veronas, Pater Lorenzo als Komplizen der Liebenden und Mercutio, der Freund Romeos, der für die Freundschaft stirbt. Shakespeare verdichtet die ganze Handlung auf vier Tage und verwandelt sie in eine hoch musikalische, rhythmische, vielschichtige und poetische Sprache.

Viele Autoren-Generationen haben versucht, für die Vielschichtigkeit der englischen Shakespeare-Sprache deutsche Entsprechungen zu finden. So wie die Sprache lebt, scheint auch die Poesie des Stückes zu leben und immer wieder eine zeitgenössische Interpretation einzufordern.  Für die Musical-Fassung des Stoffes haben wir uns eingereiht in die Tradition der Shakespeare Übersetzer und versucht, dem Klang, dem Facettenreichtum, der Poetik und der Metaphorik gerecht zu werden. Weil in einer Musical-Fassung das gesprochene Wort genauso wichtig ist wie das gesungene, haben Peter Plate und Ulf Leo Sommer den Stücktext um assoziative und szenische Songtexte ergänzt, die den Original-Text auf musikalischer Ebene erweitern. Dabei bringen sie mit ihrer Übertragung ins Pop-Genre eine besondere Facette in das Stück hinein: Sie finden für die jugendlich-naive Sehnsucht nach vollkommener Liebe eine musikalische Entsprechung und treffen damit genau die Emotionalität der Figuren, die hinterfragen, was Liebe bedeutet. Daniel Karasek definiert diese musikalische Übersetzung so: „Pop ist die Vertonung der Sehnsucht nach Liebe zwischen Romeo und Julia. Shakespeare ist Pop. Nur dass, es bei ihm dieses Wort noch nicht gab- ansonsten hat sich nicht viel verändert!“ Wenn sich also mit jeder Übersetzung auch Worte verändern, bleiben das Gefühl und der Herzschlag des Stückes die gleichen: Romeo und Julia – forever!

Romeo: Johannes Merz/Dirk Stierand   Julia: Maxine Kazis/Genia Maria Karsek   Herr Capulet: Zacharias Preen  Frau Capulet: Ellen Dorn   Amme: Yvonne Ruprecht/Johanna Kröner
Tybald: Marco Gebbert   Benvolio: Julius Ohlemann   Mercutio: Rudi Hindenburg   Pater Lorenzo: Christian Kämpfer   Paris: Dir Stierand/Johannes Merz Peter: Jost op den Winkel
Herr Montague: Siegfried Jacobs   Frau Montague: Claudia Macht   Nachrichtensprecherin: Johanna Kröner/Yvonne Ruprecht   Fürst Escalus: Thorsten Albig
Nonnen: Franca Paschen, Caroline Schwind, Annafreid Stürmer, Lara de Toscano
Live-Band: Dimita Bonev, Wolfram Nerlich, Marko Gebbert, Axel Riemann, Ture Rückwardt, Nini Uebel, Peter Weise

 

 

Project Details

Client : Theater Kiel
Date : 2014
Skills : Choregrafie, Musical, Tanz, Theater
Address : http://www.theater-kiel.de

Vivienne Hötger · mail@vivienne-hoetger.de